Porta Artemissiou

Anfahrt: Autobahn von Argos Richtung Tripoli nehmen. Nach dem Artemission-Tunnel die erste Ausfahrt abfahren und Richtung Saga fahren. Von der Ortsmitte aus sind es etwa 1,8 km bis zur Porta. Zu Fuß in etwa einer Stunde zu schaffen - ca. 350 Höhenmeter. Mit Geländefahrzeug durchaus befahrbar, aber viel Geröll!

Europas ältestes Verkehrsprojekt?

Nemea, Korinth, Argos - diese Zentren antiker Kultur mit Arkadien zu verbinden - Mantinia, Orchomenos, Tegea oder mit dem fernen Sparta in Lakonien - darum ging es den Erbauern dieses wohl einmaligen Bauwerks, das vor mehr als 2500 Jahren entstand. 2,20 m bis 2.50 m breit, 22 m lang und bis zu 6 m tief in den Fels geschnitten, konnten hier sogar Pferdefuhrwerke passieren. Die Anschlüsse beiderseits wurden mit Holzkonstruktionen gebaut, so dass man sich heute kaum noch vorstellen kann, welch reger Verkehr hier oben in 1100 m Höhe herrschte. Das Bild links zeigt den Blick Richtung Osten.
Wie auf dieser Luftaufnahme gut zu erkennen ist, windet sich die moderne Straße (im Foto hell), die angelegt wurde, um Hochspannungsmasten in den Bergen zu errichten, im Zickzack vom Dorf Saga aus in die Höhe. Leider wurde dabei die antike Straße, die als "Odos Klimax" in die Literatur eingegangen ist, stark beschädigt. Sie ist besonders im Mittelteil des Bildes gut zu erkennen.


Quelle: Google Earth
Linkes Bild: Blick nach Westen durch die Porta. Phidippides, der berühmte antike Bote, lief hier 490 v. u. Z. hindurch, um den dringenden Hilferuf der Athener nach Sparta zu tragen, Verstärkung für die Schlacht von Marathon gegen die Perser anzufordern. ihm zu Ehren wurde 1983 der 246 km lange "Spartathlon" ins Leben gerufen (Siehe auch weiter unten).
Blick von oben, vom ältesten Verkehrsprojekt Europas, auf eines der jüngsten, die Autobahn von Korinth nach Tripoli, die gegenwärtig aufwändig modernisiert wird. Fördermittel von der Europäischen Union hatten die antiken Verkehrsplaner allerdings nicht zur Verfügung...


Links unterhalb des kleinen Kirchleins Richtung Osten sieht man noch deutlich den Verlauf der antiken Straße.Sie führt von hier Richtung Kefalovrisso, zum kleinen Kirchlein des Ag. Dimitrios kurz vor dem Dorf in etwa 950 m Höhe. Der Höhenunterschied war sicherlich nicht so gewaltig, aber der Hang ist sehr steil, weshalb man damals die Straße stellenweise mit Holzkonstruktionen an den Berg gebaut hat. Rechtes Bild und darunter: die kleine Kirche des Propheten Elias.
Im Foto links, das am Ortseingang von Saga aufgenommen wurde, sieht man deutlich beide Straßen, wobei sich die antike sogar noch deutlicher abhebt, weil sie mit Felsbrocken aufgeschichtet wurde, während die neue in den Berg hineingeschlagen wurde. Glücklicherweise hat man dabei den Abraum nicht einfach den Berg hinuntergeworfen, wie das leider bei vielen neuen Straßen der Fall ist, sondern abgefahren.
Im Dörfchen Saga, das vor 50 Jahren noch etwa 300 Einwohner zählte, kommt man heute mit Englisch durchaus gut zurecht, denn fast alle Familien haben Verwandtschaft in Übersee. Die meisten wanderten nach dem Bürgerkrieg aus, um in der weiten Welt Arbeit und Brot zu finden. Heute wohnen noch etwa 50 Leutchen ständig hier, nur im Sommer kommen die "Ausländer" zum Urlaub. Dann ist das Kafenion der Familie Spirojannis Treffpunkt für alle.
Wassilis Wassilopoulos (rechts im Bild) ist hier im Hause seiner Großeltern 1932 geboren. Er verließ 1950 seine Heimat. Wassili erinnert sich noch gut, wie das früher war. Der Postbote kam täglich aus Nestani mit einem Maultier geritten. Rechts, wo jetzt der Zählerkasten ist, war der Postkasten, links, wo heute das Schild hängt, war ein Kasten, darin ein Stempel an einer Kette, mit dem der Postbote eine Karte abstempeln musste - zum Beweis, dass er wirklich bis nach Saga geritten war...Die Post kommt heute für viele übrigens immer noch im Kafenion an!
Die Dekoration an den Wänden des Kafenions ist schon sehenswert: Ein Foto von Che Guevara, darunter der Spruch von Voltaire "Es ist gefährlich, Recht zu haben, wenn die Macht Unrecht hat." Dies haben viele Bürger von Saga am eigenen Leib erfahren und auch deshalb das Land verlassen.
Konstantina serviert uns einen eiskalten Tsipouro, einen guten Traubenschnaps, dessen Bezahlung sie später entrüstet ablehnt - "Allen Fremden, die zum ersten Mal hierher kommen, spendieren wir etwas!" An der Wand hängt auch ein Plakat vom Spartathlon, einem der härtesten Sportwettkämpfe der Welt, der alljährlich am letzten Freitag im September in Athen gestartet wird. Er folgt der antiken Straße "Klimax" und führt genau am Kafenion von Konstantina vorbei. Sie freut sich immer auf diesen Tag, weil da in Saga "mal so richtig etwas los ist."

Mit einem geländegängigen Auto kann man von Saga den Weg entlang der antiken Straße Richtung Mantinia fortsetzen. Dazu am Ortsausgang von Saga kurz hinter dem Brunnen (rechtes Bild) nicht Richtung Nestani fahren, sondern rechts auf die Schotterstraße. Sie führt zum Dorf Pikerni und von dort später nach Mantinia. Unterwegs lohnt ein Abstecher zur Kirche des Hl. Nikolaos. Dazu an einem Sattel, wo die beiden kleinen Kirchlein stehen (Bild recht außen), nach rechts abbiegen. Schönes Plätzchen mit einer Quelle unter der Kirche. (Bilder unten)
Von Pikerni kann man entweder nach Mantinia weiterfahren oder auch nach Westen Richtung Levidi oder Kapsia.

Unterwegs grüßt noch der Kindheitstraum eines Australien-Rückkehrers - ein Kastro als Wohnhaus! Grässlicher geht's wohl nimmer. Zum Glück bauen die meisten Auslandsgriechen schöne und stilvolle Häuser, die viel vom ursprünglichen Gesicht der Bergdörfer wahren.