Der Pámissos-Fluss in Messenien ist ein Phenomän.
Nicht nur dass er einfach so an einigen Stellen aus den
Bergen herausquillt, er ist auch - so schrieb es schon der
“Große Brockhaus” im Jahre 1911 - “der einzige
schiffbare griechische Fluss” - und das bei einer Länge
von gerade einmal knapp 50 Kilometern. Seinen
Ursprung hat der Pámissos in Arkadien, aber auch vom
Taygettos kommen mehrere Zuflüsse, so bei dem
nördlich von Kalamata liegenden Dorf Agios Floros.
Im Bild links der “Hafen” von Agios Floros. Man kann
also von hier per Boot losschippern. Die ungewöhnlich
stark sprudelnden Quellen haben eine Flusslandschaft
gebildet, die sich durch eine sehr üppige Vegetation
auszeichnet. Im Moment sind Bauarbeiten im Gange, die hier
eine schöne Uferpromenade entstehen lassen sollen. Das
Wasser ist so gut, dass in einer Forellenzucht prachtvolle
Fische gedeihen. Hinzu kommt, dass der Fluss bei Jung und
Alt in der Umgebung als kühles Sommerbad sehr beliebt ist,
denn die Quellen kommen nur mit etwa 18 Grad aus den
Bergen. Interessant ist auch die Geschichte. Der Pámissos
war schon in der Antike bei den Bewohnern Messeniens sehr
beliebt. Gab er ihnen doch kontinuierlich Wasser zur
Bewässerung ihrer Felder. Messenien war bekanntlich in der
Antike schon recht dicht besiedelt, und
Landwirtschaftsprodukte wurden reichlich
benötigt. Wie weit die Verehrung der
Messenier für den Pámissos gingen, zeigen
einige Exponate im archäologischen
Museum von Kalamata. Im Heiligtum für
den Flussgott Pámissos spendeten die
Bewohner Messeniens viele kleine Gefäße.
Wer sich kein großes leisten konnte, opferte
eben ein kleines. Goldene Zeiten für
Töpferbetriebe!
In Pídima, nicht weit von Agios Floros,
entspringt ebenfalls ein Fluss namens
Stoggýli. Vermutlich hatte er früher auch
eine Verbindung zum Pámissos, spätestens
jedoch seit dem Bau des Flughafens
Kalamata nicht mehr. Damals wurden sowohl der
Pámissos als auch die Stoggýli umgeleitet. Pídima -
nicht weit von Arfará - lohnt dennoch einen Abstecher.
Hier gibt es unter herrlichen Platanen die Taverne zur
alten Wassermühle (Bild links). Leider ist nur am Abend
und Sonntagmittag im Sommer geöffnet. Es ist
Selbstbedienung, es gibt auch immer nur eine kleine
Auswahl an Gerichten, aber das Hühnchen aus dem
Backofen mit Kartoffeln oder Makkaroni mit Soße sind
landesweit berühmt. Und so billig haben Sie vermutlich
noch nirgendwo in Griechenland gegessen!
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