Nea Epidavros

Zwischen Tradition und Moderne
Entdeckungen abseits der großen Tourismus-Routen

           

Etwas abseits der großen Straße von
Korinth nach Alt Epidavros, vom Tourismus
weitgehend unberührt, liegt ein wenig
versteckt Nea Epidavros. Über dem Dorf
thront ein altes byzantinisches Kastell,
geschmückt von drei kleinen byzantinischen
Kirchen. In den verwinkelten Gassen
unterhalb scheint die Zeit stehengeblieben zu
sein. Es lohnt sich, durch das Dorf zu
schlendern und auf den Burgberg zu
kraxeln.
Der Ort schrieb Geschichte, denn hier fand
am 20. Dezember 1821 die erste griechische
Nationalversammlung der Neuzeit statt.

           
               
Auf dem Denkmal steht der Text der griechischen Unabhängigkeitserklärung: „Im Namen der heiligen und unteilbaren Dreifaltigkeit. Das griechische Volk, das unter der schrecklichen osmanischen Herrschaft nicht mehr im Stande ist, das schwere und beispiellose Joch der Tyrannei zu tragen, und das dieses mit großen Opfern abgeschüttelt hat, verkündet heute durch seine gesetzlichen Vertreter, die sich zu einer nationalen Versammlung vereinigt haben, vor Gott und den Menschen seine politische Existenz und Unabhängigkeit."
(Übersetzung von Dr. Heinz A. Schmitz)
Durch verwinkelte Gassen führt
der Weg auf den Burgberg. Von dort hat man einen
herrlichen Ausblick auf das Dorf
und hinunter in die Ebene mit
dem Blick bis nach Ägina und
Methana (unten). Auf halber
Höhe befindet sich ein kleines
byzantinisches Kirchlein, das
man beinahe übersieht, weil es
in einem privaten Vorgarten
steht.
 
       
                     
               
Auf dem "Gipfel" der byzantinischen Burg, die im
Mittelalter den Dorfbewohnern Schutz vor Piraten bot,
gibt es mehrere Ruinen byzantinischer Kirchen und eine restaurierte, die einige recht gut erhaltene Wandmalereien
hat, die jedoch leider von "Besuchern" systematisch mit
Kritzeleien zerstört werden. Schade, dass solche
Vergehen nicht konsequenter geahndet werden, denn
dies und auch andere Formen von Vandalismus sind
nun leider auch in Griechenland "angekommen". Beim
"Abstieg" entdeckten wir noch eine byzantinische Kirche,
deren Wandmalereien gerade mit EU-Mitteln restauriert
wurden (April 2005).
   
 
  Das besondere an den Wandmalereien
sind diese streitbaren Heiligen mit
Schwert und Schild (links).
   
     
  Bilder aufgenommen 2005...
...und nach der Restaurierung
September 2007
Ausklingen kann der Besuch in
Nea Epidavros am Hafen in einer
der netten Tavernen.
Besonders zu empfehlen (wenn-
gleich ein wenig teuer) fangfrische
Fische vom Grill.
Hinter dem Hafen mündet
übrigens ein Fluss ins Meer - für
die Argolis ist das eine relativ seltene Naturerscheinung.
     
  Empfehlenswert ist auch ein Besuch der wunderschön restauerierten alten Wassermühle am Ortsausgang von Nea Epidavros Richtung Nafplio.

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