Die Argolis - oder auch “Argolida”... ist eine der reizvollsten Landschaften Griechenlands. Der Argolische Golf ist von endlosen immergrünen Orangenplantagen und Olivenhainen umgeben. Beeindruckend sind die Berge, die im Westen und Nordwesten über 2000 Meter hoch sind. Verkehrstechnisch ist die Argolis nur mäßig erschlossen - kein Flughafen. Seit Jahren bemüht man sich, den Militärflugplatz Tripoli im benachbarten Arkadien für zivile Flüge nutzbar zu machen, jedoch bisher ohne Erfolg. Man munkelt, dass Kreter und Mykonoten die Einrichtung eines internationalen Flughafens Tripoli gar nicht gern sehen... Am Straßennetz wird ständig gebaut, es gibt nur eine - zugegeben extrem romantische Schmalspureisenbahnlinie (die leider außer Betrieb ist und auf einen Investor wartet) - was sicherlich insgesamt dazu beigetragen hat, dass sich der Tourismus in Grenzen hält. Mit dem Auto erreicht man Nafplio von Athen über die Autobahn Richtung Tripoli in knapp zwei Stunden. Die Argolis ist das östlichste Nomos (entspricht etwa deutscher Kreisstruktur) auf dem Peloponnes. (Manche gelehrte Leute sagen auch "die Peloponnes", was zwar grammatikalisch richtig, aber weniger üblich ist.) Sitz der Nomarchia - der Kreisverwaltung - ist die Stadt Nafplio (altgriechisch: Nauplia). Mitunter wird auch der Name "Nafplion" verwendet, was eigentlich auch nicht korrekt ist. Die endung -on wurde in der “Katharevoussa” - einer Art Hochsprache derer sich die orthodoxe Kirche, Rechtsanwälte, Philosophen und zum Teil auch Journalisten bis in die 80er Jahre hinein bedienten. Auch die Obristen der Militärdiktatur von 1967 bis 1974 nutzten die Katharevoussa, indem sie allen männlichen und sächlichen Ortsnamen das ”on” anhängten. Offiziell wurde das aber in den 80er Jahren abgeschafft. Die Argolis ist mittlerweile kein eigenständiger Regierungsbezirk mehr, sie gehört zur “Periferia Peloponnissos” deren Hauptort Tripoli ist. Blick auf Nafplio und den Argolischen Golf vom Dorf Aghios Adrianos aus (Foto unten) Auf der anderen Seite der Bucht steigen die Berge Arkadiens auf knapp 2000 m an.