Das Ireon, der Hera-Tempel
bei Mykene

An der neuen Straße von Agia Triada nach Mykene weist ein Schild auf die antike Stätte hin. Sie ist täglich von 8.30 bis 15 Uhr geöffnet, Eintritt frei.
Schon von weitem sieht man die Ruinen des einst so gewaltigen Tempels. Er war neben Olympia und einem Hera-Tempel auf Samos die bedeutendste Kultstätte für Hera, die Gattin des Zeus, damals zuständig für Familien- und Frauenangelegenheiten. Die Tempelanlage wurde in zwei Etappen gebaut, eine erste Kultstätte im 7. Jahrhundert, später folgte im 4. Jh. v. Chr. ein Neubau. Schon die Ausmaße lassen erkennen, dass das Ireon (das immer Argos zugerechnet wird) eine eindrucksvolle Tempelanlage war. Eine der Hallen war 63 Meter lang und hatte 19 Säulen in einer Reihe. Ein anderer Tempel zählte gar 6 mal 12 Säulen - leider alle schon in grauer Vorzeit demontiert und anderweitig verbaut. Die ganze Anlage erstreckte sich über zwei Ebenen und war über mehrere Jahrhunderte "in Betrieb". Zur jährlichen Ehrung Heras setzte sich in Argos ein riesiger Pilgerzug in Bewegung. Aus der Überlieferung geht hervor, dass dies etwa zur Sommersonnenwende Ende Juni war. Dies galt damals gleichzeitig als Beginn des neuen Jahres. Zu Ehren der Hera wurden nicht weniger als 100 Kühe geopfert. Die Opferhandlung endete vermutlich in einem ausgelassenen Schlemmerfest für alle.
Ein Ausflug zum Ireon lohnt sich vor allem, wenn alles schön grün ist, wenn rundum die Blumen blühen. Hinter dem Hera-Tempel liegt übrigens ein Berg namens Profitis Ilias. Das ist für Griechenland an sich nichts Besonderes, denn hier heißt jeder fünfte Gipfel so, aber es lohnt sich durchaus, diesen Profitis Ilias zu besteigen. Schon wegen der gigantischen Aussicht.
Der Platz des Ireons war übrigens schon zu mykenischer Zeit besiedelt. Fundstücke vom Hera-Tempel sind im archäologischen Museum von Argos zu besichtigen.

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