Volksfest am Megali Tourla Megali Tourla (rechts, 1934 m) und Mikri Tourla oberhalb der Hochebene Das kleine Kirchlein des Agios Ilias steht wie ein Pförtnerhäuschen am Eingang zur riesigen Hochebene Souvlaki - kleine Fleischspieße - werden für den Abend vorgebraten, im Kessel kocht leckeres Ziegenfleisch Holz für das Lagerfeuer wird mitgebracht, im Parnon ist das Fällen von Bäumen verboten. Ganze Tafeln werden zusammengezimmert Ganz Tiere am Spieß sind eher die Seltenheit, die meisten begnügen sich mit Koteletts oder Souvlaki Die "Taverne" - komplett aus Stoffbahnen errichtet, die gegen den Wind mit schweren Steinen gesichert sind. ...aufgegessen ist es in 10 Minuten. Die "Anreise" beginnt für manche schon zwi Tage vorher
Anreise: Es gibt mehrere Möglichkeiten - zu Fuß und per Auto - letzteres allerdings nur für Allradfahrzeuge zu empfehlen oder zumindest heckgetriebene robustere Autos, die Straße ist stellenweise sehr steinig und steil. Wanderwege: Es gibt von Norden, vom Kloster Malevis, einen Wanderweg über ca. 12 Kilometer mit allerdings etwa 900 Höhenmetern. Vom Süden her ist der Weg ähnlich beschwerlich, aber nicht ganz so lang. Mit Auto: von Süden her (Kastanitsa) erst Richtung Agios Petros fahren. Etwa drei Kilometer nach der Markierung “Schutzhütte Parnon”, die sich links von der Straße befindet, zweigt nach rechts eine asphaltierte Straße ab, die beschildert ist. Diese Straße geht zwar dann bald in einen Schotterweg über, es ist aber die bessere Straße im Vergleich zur nördlichen Anfahrt, die - wenn man über Agiannis kommt - etwa 1,8 km vor dem Kloster Malevis in die Berge führt. Es gibt vom Verlag “Road-Editions” (Bild links) eine sehr gute Karte von Parnon-Gebirge, mit der man sich bestens durch sehr exakte Kilometer-Angaben orientieren kann.
Auf die Karte klicken zum Vergrößern. Karte: Road- Editions
Es ist ein großes Volksfest mit einer einmaligen Atmosphäre. Am 19. Juli, dem Vorabend des Feiertages des Hl. Elias rücken Menschenmassen dem Gipfel im Parnon zu Leibe. Die wenigsten zu Fuß, die meisten mit dem Auto und auch nicht bis zum Gipfel. Nur einige Unentwegte wagen den nicht allzu komplizierten Aufstieg. Den kann man sich allerdings auch für den Tag “danach” aufheben, um schneller wieder zu klarem Kopf zu gelangen.Das Fest zeichnet sich nicht durch wohlorganisierte Veranstaltungen aus, jede Familie, jede “Paréa” macht ihr eigenes Programm. Die meisten sind bestens ausgerüstet - Kettensägen, Akkuschrauber, Elektroaggregate, ja bis zum Kühlschrank oder gar zur Tiefkühltruhe - alles wird auf den Berg geschleppt. Schon die Vorbereitungen sind sehenswert. Manche bleiben zwei, drei Tage, einige fahren noch in der Nacht wieder nach Hause, was bei erhöhtem Alkoholspiegel allerdings nicht gerade empfehlenswert ist. Für das Campieren auf der Hochebene braucht man am Feiertag keine Genehmigung. Normalerweise ist wildes Campen auch hier verboten, aber an diesem Tag ist alles erlaubt, sogar Feuermachen. Wir wollten es nicht glauben, aber das trockene Gras hier oben entzündet sich nicht einmal im ärgsten Funkenflug! Für die Nacht sollte man sich gut mit Wolldecken, Schlafsäcken usw. eindecken. Die Temperaturen können dann - so wurde uns von den Erfahrenen versichert - schon einmal bis in Gefrierpunktnähe absinken! 2012 war es mit 10 Grad dagegen recht “warm”. Es macht Spaß, einen Rundgang um die Ebene zu machen, überall ein bisschen zu gucken, was es so alles Schönes zu Essen und zu Trinken gibt. Aber Vorsicht! Man wird sofort und überall zu einem Becher Wein, Tsipouro oder Bier eingeladen. Griechische Gastfreundschaft eben! Natürlich wird diskutiert über die Merkel, die Krise, das liebe Geld und die Zukunft des Landes. Die Feierlaune hat es nicht beeinträchtigt und beschimpft hat uns als Deutsche auch keiner, im Gegenteil! Wir waren überall eingeladen. Die eigenen Vorräte, die wir mitgebracht hatten, blieben fast unangetastet. Die Lagerfeuer rundum brennen die ganze Nacht.
Nachtisch gefällig? Der Megali Tourla (eigentlich "die") in der Abendsonne - man meint man sei am "ayers Rock" in Australien Drei bis vier Stunden muss das Zicklein brutzeln... Aufwärmen kann man sich an einem der zahlreichen Lagerfeuer.

© Wilfried Jakisch 2012