Die Kirchgemeinden wetteifern um den schönsten blumengeschmückten Epitaph, den Leib Christi symbolisierend, der durch die Straßen der Stadt getragen wird.
Trennung zwischen Kirche und Staat hat in Griechenland nie wirklich stattgefunden. Für die Soldaten der Garnison Nafplio ist es eine besondere Ehre, den Epitaph einer der Kirchgemeinden tragen zu dürfen.
Voller Inbrunst singt dazu der Chor. Fast alle Menschen tragen brennende Kerzen. Wichtig ist es, das Feuer der Kerze bis nach Hause zu bringen.
Der Karfreitagabend geht eher still aus, die meisten Tavernen schließen zeitig, Fleischgerichte sind verpönt. Fisch ist auch nicht unbedingt erlaubt, besonderer Beliebtheit erfreut sich daher der Oktopus. (rechts im Bild - das sind keine Perückenlocken!)
Am Ostersamstagabend finden sich Tausende auf dem zentralen Platz ein, wo die große Mitternachtsmesse abgehalten wird. Der vortragende Pope hat Mühe, den alles entscheidenden Satz „O Christos anesti“ – „Christus ist auferstanden“ erstens pünktlich um Mitternacht zu singen und zweitens ihn überhaupt noch hörbar auszubringen, weil es die Gäste der Zeremonie nicht abwarten können, endlich die beliebten Knallkörper auf den Syntagma-Platz zu schmeißen. Meiden Sie also das Innere des Platzes, sonst sprengt man Ihnen unweigerlich die Hosenbeine weg! Danach hebt des große Feiern an, die Tavernen sind übervoll, und es wird zwei Tage lang geschlemmt.
Am Ostersonntag hält die Knallerei an, während in den Vorgärten die Lämmer und das Kokoretsi am Spieß ihre horizontalen Pirouetten drehen. Bei den individuellen Grillkonstruktionen haben sich besonders aufgeschnittene und dann längs wieder zusammengeschweißte Fässer bewährt. Auf dem einen Grill brutzelt das Lamm, auf dem anderen das Kokoretsi, eine Spezialität aus den Innereien. Diese werden aufgespießt, kräftig gewürzt, mit einer fetten Bauchhaut und den Därmen des Lammes umwickelt. Nach jüngsten EU-Festlegungen soll dies wegen BSE-Gefahr nicht mehr in griechischen Restaurants engeboten werden. Es wird die Griechen jedoch nicht daran hindern, ihre heißgeliebte Delikatesse weiter selbst anzufertigen und mit einem kräftigen Schluck Retsina zu verspeisen. und die Tavernen pfeifen auf Brüssel... Kali orexi!
Ostern in Nafplio/Argolis
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Im allgemeinen ist das griechische Osterfest eine Woche nach dem deutschen. 2004 fallen das orthodoxe und das römisch-katholische Osterfest wie schon 2001 zusammen. 2002 war das griechische sogar erst fünf Wochen später, am 5. und 6. Mai! Die Erklärung liegt in der Differenz zwischen gregorianischem und julianischem Kalender und dem dadurch unterschiedlichen ersten Vollmond nach Neujahr.
Nafplio ist berühmt für sein farbenprächtiges Osterfest.
Mit Traditionsbewusstsein und Lebensfreude begehen die Griechen hier ihren höchsten Feiertag.
Karfreitag: Die Stadt ist voller festlich gestimmter Menschen, die Kirchen sind überfüllt.
Griechische Ostern 2004:
09. bis 12. April