Zatouna und das Mikis-Theodorakis-Museum

Anreise von Dimitsana: gute Asphaltstraße mit schönem Ausblick auf Dimitsana
Das Museum ist Mi. bis. Fr. von 16.00 bis 19.00 h geöffnet. Sa. und So. von 9.30 bis 13.30 und 16.00 bis 19.00 Uhr. Falls geschlossen ist, in der Dorftaverne nachfragen, man ruft dann die Museumsleiterin an.
Zatouna heißt das Bergdorf, in das die Militärjunta den weltberühmten Komponisten Mikis Theodorakis verbannte. Die Obristen fürchteten den standhaften Mann und seine Musik so sehr, dass sie bereits wenige Wochen nach der Machtübernahme am 21. 4. 1967 die Musik von Mikis am 1. Juni verboten. Zuvor hatte der Komponist noch neue, aufrüttelnde Lieder geschrieben. Wegen des Hörens seiner Musik wurden zahlreiche Bürger eingesperrt und gefoltert.

Ein Bild ging damals um die Welt: Der großgewachsene Mikis Theodorakis, eskortiert von zwei Polizisten, beim Spaziergang durch das Dorf. Von August 1968 bis Oktober 1969 hatte die Junta ihn und seine Familie hierher verbannt. Danach wurde er ins Konzentrationslager Oropos gebracht.
Die weltweite Protesbewegung, die von Dimitri Schostakowitsch mit initiiert wurde, erzwang schließlich seine Freilassung ins Pariser Exil (13. 4. 1970).



Hunderttausende Postkarten mit handgemalten Blumen und der Forderung nach Freilassung hatten damals Kinder der DDR an den Juntachef Papadopoulos geschickt. Davon spricht Mikis noch heute mit Hochachtung.

In der alten Schule von Zatouna, die heute wegen chronischen "Kindermangels" nicht mehr benötigt wird, entstand das europäische Dokumentationszentrum "Mikis Theodorakis". In diese Schule gingen Theodorakais' Kinder Margarita und Jorgos.

Mehr infos auf der Homepage von Mikis:

www.mikis-theodorakis.net

So erdrückend insgesamt die Lage für Theodorakis und seine Familie war, gehören doch die 14 Monate von Zatouna zu den produktivsten seines Komponisten-Lebens. Hier entstand der Zyklus "Arkadia", in dem er sich sozusagen die Wut über die infame Diktatur von der Seele geschrieben hat. Entstanden sind unvergängliche Meisterwerke, die Theodorakis zum Glück - trotz aller Überwachungen - aus seinem "Adlerhorst" (Mikis) Zatouna herausschmuggeln konnte.
Das Museum ist mit viel Aufwand gestaltet worden. Videoprojektoren zeigen Bilder aus dem Leben von Mikis, Ausschnitte aus Theaterstücken und Konzerten. Dazu erklingt Musik des Meisters. Viele Künstler schufen zu Werken Theodorakis' Kunstwerke und stifteten sie dem Museum. Rechts Bild: Mikis mit seinen Kindern Margarita und Jorgos, die heute selbst gestandene Künstler sind. Dabei ist das Museum beileibe kein Personenkult für Mikis. Es ist gleichermaßen all denen gewidmet, die unter Diktatur und Willkür gelitten haben.
Gegenüber dem Kirchturm befindet sich das urige Kafeneion von Alekos. Mikis Theodorakis besuchte es 2002. Alekos verweist stolz auf das Foto an der Wand, das ihn mit dem Maestro zeigt. (Foto links unten)
Bei Alekos gibt es nicht nur guten Kaffee, er macht auch zum Ouzo oder Tsipouro ein wohlschmeckendes Meze - mit Käse, Oliven usw. - und das zu durchaus zivilen Preisen! Wir haben's ausprobiert.
Es gibt hervorragende Oliven, sauer eingelegte Fische und andere Spezialitäten, die Alekos selbst zubereitet.