Nafplio zu Zeiten Königs Ottos Das Gebäude wurde von der Onassis-Stiftung liebevoll restauriert. Der jugendliche König Otto trifft in Nafplio ein. Das Originalgemälde ist in der Nationalgalerie Athen zu sehen. Blick in die Ausstellung Königin Amalie lässt Minister "antanzen". Amalie gingen die Veränderungen in Griechenland nicht schnell genug. Eine solche energische Frau könnte das Land heute gut gebrauchen! Madame Griechenland und ihre rohen Liebhaber - Türken und Russen. Die Griechen erschrecken potentielle Bewerber für die Krone - eine Karikatur von 1930 Eine komfortable Sache, König von Griechenland zu sein. Wer möchte heute schon hier Ministerpräsident sein? So sah die "Hilfe" Frankreichs und Englands für das junge Griechenland aus. Vorwegnahme - Das Bild ist von 1830 und zeigt, wie die "Schutzmächte" schon den Gewinn verteilen. Der russische Bär schickt sich an, Griechenland an sich zu reißen. Der Grieche schreit "Schützt mich vor meinen Freunden!" Der gallische Hahn sitzt auf den griechischen Eiern, die der russische Bär stehlen will... England präsentiert die Schuldenrechnung. England und Russland zerren am kleinen griechischen König Zwischen den Stühlen - König Otto muss sich zwischen Griechenland und Byzanz entscheiden. Intervention Frankreichs zwischen Griechenland und England Eine nette Idee ist diese lebensgroße Damengruppe, die einem historischen Foto nachempfunden wurde. Die Damen tragen dabei Kleidung, wie sie Königin Amalie in Griechenland erst "salonfähig" gemacht hatte. Damen von Welt kopierten gern die Mode der Königin
Die gleichnamige Ausstellung in der Zweigstelle der Athener Nationalgalerie in Nafplio ist zwar nicht sonderlich spektakulär, scheint auch etwas mit der heißen Nadel genäht (es fehlen beispielsweise die sonst üblichen Übersetzungen ins Englische), bietet aber dennoch eine Menge interessanter Dinge. Gleich im Foyer grüßt eine Damengruppe, die einem historischen Foto nachempfunden wurde. Einige der Damen tragen Kleider, wie sie Königin Amalie liebte - modern und etwas offenherzig, was zur damaligen Zeit in Griechenland als unschicklich galt. Von Königin Amalie, die Otto 1836 geheiratet hatte, war bekannt, dass sie schon einmal den Ministern eine Standpauke hielt. Auf den beiden zeitgenössischen Bildern links ist zu sehen, wie Amalie die Minister “abkanzelt”.  Sie galt als fortschrittlich, ihr gingen die Veränderungen in Griechenland nach der Befreiung von den Türken nicht schnell genug (kommt uns irgendwie bekannt vor). Sie setzte sich unter anderem für moderne Anbaumethoden in der Landwirtschaft ein und bekämpfte den immer noch großen Einfluss türkischer Großgrundbesitzer. Nach Amalies Ideen gestaltete der Gärtner Friedrich Schmidt aus Dessau den Nationalgarten in Athen. Der eigentliche Knüller der Ausstellung jedoch ist eine Sammlung zeitgenössischer Karikaturen und Grafiken. Wenn man die so betrachtet, kann man es als reinen Glücksfall betrachten, dass es das deutsche Reich damals noch nicht gab und Deutschland demzufolge im allgemeinen Gerangel um Griechenland nicht direkt beteiligt war - von Bayern einmal abgesehen. Ich verzichte hier auf ausführliche Übersetzungen. Viele der Bilder sprechen für sich selbst. Einige Karikaturen enthalten erstaunliche Parallelen zu heutigen Zeit. Beispielsweise zeigt das Bild in der Mitte unten, wie England Griechenland die Schuldenrechnung präsentiert. Die Gläubiger ließen sich heute leicht durch EU oder Deutschland ersetzen (die Rechnung in der Mitte anklicken!): Kapital 1 Mio, Ausgaben 50.000, Ausgaben der Ausgaben 225.775, Zinsen 20.000, Zinseszins 137.000, Ausgaben für die Beschaffung von Pistolen (!) 375.000 - macht insgesamt 4 Mio!! So ähnlich rechnen europäische Banken ganz offenbar auch heute noch, und Rüstung verkauft sich an Griechenland immer noch sehr gut... Insgesamt eine sehenswerte Ausstellung, die noch bis Ende Januar geöffnet ist.
König Otto zwischen den Stühlen - in welches Kleid soll er schlüpfen?
Copyright: Wilfried Jakisch
Öffnungszeiten: Mo. - Sa. 10 bis 15 Uhr Mi. - Fr. auch 17 bis 20 Uhr So. 10 bis 14 Uhr Montags Eintritt frei
Schulden Griechenlands an England