Agionori - Entdeckungsreise ins Arachneo-Gebirge


Dorfansicht Agionori
Agionori im Arachneo-Gebirge ist eine echte Entdeckung. Man fährt zunächst von Nafplio die neue Straße Richtung Korinthos bis zum Wegweiser nach Prosymni und Limnes. Gleich am Ortseingang Limnes nach links Richtung Korinthos abbiegen. Die Straße ist gut asphaltiert und führt bis in eine Höhe von rund 700 Metern. Kurz vor Agionori eröffnet sich dieser atemberaubende Blick (links). Man ist überrascht, hier in dieser Höhe ein so großes und attraktives Dorf zu finden, das nebenbei eine ganze Reihe von Sehenswürdigkeiten zu bieten hat: zwei byzantinische Kirchen und ein mittelalterliches Kastro. Die große byzantinische Kirche im Dorfzentrum (links) stammt aus dem 10. Jahrhundert. Zu einem Besuch empfiehlt es sich, am Sonntagvormittag zu kommen.Da ist die Kirche immer geöffnet.      
Agionori Plateia      

Die Kirche hat gleich mehrere Sehenswürdigkeiten. Zum einen gibt es in einer kleinen "Vorkirche" mitten im Altar einen ungewöhnlichen Durchgang zur "Hauptkirche". Zum anderen hat die Kirche absolut sehenswerte Wandmalereien, die leider vom Kerzenruß der Jahrhunderte stark gelitten haben. Deshalb ist es heute verboten, hier Kerzen anzuzünden. Für diesen Zweck ist in der Vorkirche extra eine Abzugsvorrichtung installiert worden, damit die wertvollen Malereien nicht noch mehr leiden.



Anschließend folgt der leichte Aufstieg zur alten Burg, die vermutlich fränkischen oder venezianischen Ursprungs ist. (Siehe dazu weiter unten) Den Weg kann man fast nicht verfehlen. Zunächst auf der nördlichen Seite der Burg die kleine byzantinische Kirche ansteuern, dann dort den Weg weiter gehen.  
 
Die kleine byzantinische Kirche ist nicht verschlossen und bietet in ihrem Inneren wertvolle Wandmalereien, vermutlich sogar in mehreren Schichten, weshalb eine Restaurierung wohl sehr schwierig ist.  
  Die alte Burg liegt auf der Spitze eines Hügels, und von ihr hat man einen wunderschönen Rundblick über die Berge bis zum Golf von Korinth. Ein Gedenkstein erinnert an die Dorfbewohner, die hier in der Schlacht vom 28. Juli 1822 gegen die Türken gefallen sind. Es waren die letzten schlimmen Gemetzel nach der großen Schlacht von Dervenakia drei Tage zuvor. Die alte Burg ist übrigens ein wunderschöner Platz für ein Picknick.        
           
     
   
                   
Die Burg in Agionori datiert aus dem im 13. oder 14. Jahrhundert und wird als fränkischer Bau betrachtet. Diese Information liefert Prof. Michalis S. Kordosis, Dekan der Philosophischen Fakultät  der Hochschule von Ioannina, in seinem wissenschaftlichen Magazin "Istorikogeographika"  Band 2. Auf Seite 224 des Bandes liest man, dass  "die Burg wahrscheinlich am Ende des 14.Jhds.  gebaut wurde und dass in der Umgebung der Burg Spuren von Ruinen einer älteren Burg, die möglicherweise zusammen mit der Burg "Kastraki" am Eingang der Schlucht Kleisoura (Schlucht zwischen Klenia und Agionori) vor der fränkischen Eroberung gebaut worden sind. Laut dem Chronographen des späteren byzantinischen Zeitalters, Nikitas Choniatis, wurden bei der Ankunft der Franken die byzantinischen Burgen belagert", also dort waren schon früher Burgen.
Im gleichen Band erfährt man, dass  an der Kirche
"Agioi Anargiri" an der Burg ein Schild mit dem Jahrgang 1323 existiert . An einer anderen Stelle erzählt Prof. Kordosis, dass die erste Schicht der Wandmalerei in der Hauptkirche des Dorfes  in die Zeit des 15. und 16. Jahrhundert gehört. (Hinweise vom Besucher unserer Seite, Telis Delis aus Aachen. Danke, Telis! )
     
Blick von der Burg auf das Dorf Richtung Osten. Dort, wo die Rauchfahne aufsteigt, befindet sich Wassilis Taverne. Sie hat sich 2008 gewaltig verändert. Nunmehr lädt auf der anderen Straßenseite ein Neubau die Gäste ein. Man sitzt hier mit wunderschönem Burgblick.  
Zum Abschluss empfiehlt sich natürlich hier ein Besuch. Der Wirt schwingt noch immer persönlich das Hackbeil und zaubert hervorragende Lammkotelelets vom Grill. Sie werden auch weiterhin in Ölpapier serviert... Hier gibt es auch ein hervorragendes Kokoretsi - das sind die Innereien vom Lamm, mit Därmen umwickelt.

   

Vom dorf aus gibt es einen wunderschönen Blick ins Tal.

Nach der Stärkung kann man die Fahrt Richtung Norden nach Hiliomodi fortsetzen oder aber nach Stefani weiterfahren.



Stefani ist ein Dorf, das man von weitem am Berghang kleben sieht. Selbst von "ganz unten" erkennt man die Häuser, und man fragt sich, was die Leute dort oben so treiben, vor allem, wovon sie leben. Oftmals im Winter ist Stefani nämlich von der Außenwelt abgeschnitten. Es liegt immerhin 800 m hoch.Wegen der absolut reinen Bergluft befindet sich hier ein astronomisches Observatorium. Etwas unterhalb von Stefani liegt das Kloster des Hl. Dimitrios (Foto unten).





   
Für die Rückfahrt kann man bei gutem Wetter (nicht nach dem Regen!) an diesem (absolut eindeutigen) Wegweiser (der inzwischen im Straßengraben lieg) tnach rechts Richtung Mykene fahren. Der Weg ist nur zur Hälfte asphaltiert, aber bei Trockenheit recht gut befahrbar. Man landet direkt hinter dem Burgberg von Mykene.