Byzantinische Kirchen in und um Ligourio

Ligourio ist berühmt für seine byzantinischen Kirchen. Ein besonderes Kleinod byzantinischer Baukunst ist die kleine Kirche aus dem Jahre 1209. Sie befindet sich mitten im Ort auf der rechten Seite an der Durchfahrtstraße von Nafplio nach Epidavros und ist auf alle Fälle einen Abstecher wert. Sie ist innen und außen auch für Rollstuhlfahrer recht gut zu erreichen.

Außenansicht von Südosten
Bei der Auswahl von Baumaterialien waren die byzantinischen Kirchenbauer nicht pingelig und "bedienten" sich häufig schamlos an antiken griechischen Tempeln. So sind einige Bausteine mit Sicherheit aus dem Asklipios-Heiligtum von Epidavros "entlehnt" und in der Kirche sekundär verbaut worden.
An den wertvollen Wandmalereien hat leider der Zahn der Zeit schon erheblich genagt, und auch manche "Touristen" können es gelegentlich nicht lassen, sich an den Wänden zu verewigen. Dennoch befindet sich das Innere der Kirche insgesamt in einem recht guten Zustand.
Auch diese Säulen können ihre antike Herkunft nicht verleugnen...

Die Panagitsa von 1701
Die Kirche der Hl. Jungfrau - griech. auch Panagitsa genannt - befindet sich mitten im Ort nahe dem Gemeindeamt. Sie gilt als post-byzantinisch, stammt aus der Zeit der zweiten venezianischen Herrschaft zwischen 1685 und 1715. Eine Inschrift vom 27. Februar 1701 innen über dem Eingang vermerkt, dass die Kirche mit Mitteln der Gemeinde und der umliegenden Dörfer finanziert wurde.
Die Kirche ist berühmt für ihre schönen und gut erhaltenen Wandmalereien. Für den Bau wurden auch hier antike Baumaterialien verwendet.
 

Aghia Marina von 1713
Eine weitere sehenswerte byzantinische Kirche ist die Aghia Marina. Sie liegt etwas außerhalb von Ligourio an der alten Straße Richtung Alt-Epidavros.
Dazu muss man, von Nafplio kommend, gleich nach dem Ortseingang links abbiegen. Ist beschildert. Nach vielleicht 300 Metern weist ein Wegweiser zu einer antiken Stätte. Dort wiederum links halten. Es sind am Wegesrand links noch spärlichen Überreste einer mykenischen Pyramide zu bestauen, die aber nicht ganz so spannend sind wie die kleine Kirche. Wenn Interesse an einer Pyramide besteht, dann die von Kefalari besuchen.
Die kleine niedliche Kirche ist ebenfalls in einem sehr guten Zustand. Die Gemeinde kümmert sich rührend darum, wenngleich auch hier die "Eintragungen" von "Touristen" nicht verhindert werden konnten.

Ioannis Theologos von 1685
Wenn man die Straße nach Alt-Epidavros weiter fährt, kommt man nach wenigen Kilometern an eine weitere byzantinische Kirche, die den Namen "Ioannis Theologos" trägt. Sie stammt in ihrer heutigen Gestalt von 1685, die Grundzüge sind jedoch schon aus dem 12. oder gar dem 11. Jahrhundert. Das Innere ist relativ schmucklos, vermutlich hatte man in späterer Zeit versucht, die Kirche zu "renovieren" und dazu vorsichtshalber erst einmal alle alten Malereien beseitigt. Auch Kerzenruß richtete hier viel Schaden an.

Aghios Athanassios
Die kleine Kirche befindet sich südwestlich etwas außerhalb des Ortes. Sie ist eine der ältesten Kirchen. Eine Inschrift im Inneren belegt, dass die Kirche am 6. August 1622 renoviert wurde. Das heißt, sie ist deutlich älter. Leider haben die Malereien sehr unter den unsäglichen Kerzen gelitten, die die Besucher immer wieder vergessen auszumachen, wenn sie die Kirche verlassen.

Aghia Marina bei Agios Dimitrios
Das kleine Kirchlein befindet sich unweit der mykenischen Steinbrücke an der Straße von Nafplio nach Ligourio. Ein Wegweiser neben einem Proskinitari zeigt die Richtung. Achtung! Den Weg etwa 300 Meter gehen oder fahren und dann nicht nach links oben abbiegen, sondern unten im Tal bleiben. Die Kirche liegt dann ein wenig versteckt auf der rechten Seite.
Zu dieser Kirche gibt es leider keine Angaben. Sie ist aber deutlich ältere als andere in der Umgebung. Archäologen untersuchen momentan die Bausubstanz, die vermutlich einen hohen Restaurierungsaufwand erfordern wird.
Einen schönen Blick auf die Agia Marina hat man übrigens von der antiken Akropolis Kazarma (rechts).
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